- leere, frisch initialisierte Datenbanken der Versionen verglichen - datasetprogramme erkennen jetzt auch suche nach standardtabellen wie uom
6.1 KiB
Proteus-Testdaten-Pipeline
Ergänzender Ansatz zur Codeanalyse: Statt den
__register__-Code zu lesen, wird ein deklarativ definierter Testdatensatz
über Proteus in zwei frisch installierten Tryton-Instanzen (5.0 und 8.0)
tatsächlich angelegt. Ziel ist, dieselbe Datei gegen beide Versionen laufen
zu lassen, damit sowohl die Skript-Ausgabe (compare_snapshots.py) als
auch anschließend die SQL-Dumps beider Datenbanken vergleichbar sind -
dafür müssen inhaltlich identische Daten in derselben Reihenfolge
eingespielt werden.
Workflow
tests/scenario_*.rst (Tryton-Repo, pro Modul)
│ rst_to_dataset.py
▼
rsts/<version>e/*.yaml (ein YAML-Record pro angelegtem Proteus-Objekt)
│ rsts_merge_dedup.py
▼
reports/<version>_testdata_merged.yaml (dedupliziert, abhängigkeitskorrekt sortiert)
│ create_dataset.py --database ...
▼
snapshot_<version>.json
│ compare_snapshots.py snapshot_a.json snapshot_b.json
▼
Fund-Liste: status_changed / value_changed / missing_record
1. rst_to_dataset.py – Testdaten aus den Modul-eigenen Tests extrahieren
Tryton-Module bringen eigene tests/scenario_*.rst-Doctests mit (ausführbarer
Proteus-Code in >>>-Zeilen). Das Skript parst diese Dateien per AST und
erkennt:
>>> Party = Model.get('party.party')
>>> party = Party(name='Testfirma GmbH')
>>> party.vat_number = '123'
>>> party.save()
→ wird zu einem YAML-Record mit key, model, fields. Referenzen auf
zuvor im selben File angelegte Records werden zu {"$ref": "..."},
Decimal(...)/date(...) zu {"$decimal": ...}/{"$date": ...}.
Ein weiteres, sehr häufiges Muster wird ebenfalls erkannt: Zugriff auf bereits vorhandene Stammdaten (Länder, Währungen, Einheiten, Standard-Lagerorte, ... - i. d. R. per XML-Fixture beim Modul-Aktivieren angelegt, nicht Teil des eigentlichen Testdatensatzes):
>>> ProductUom = Model.get('product.uom')
>>> unit, = ProductUom.find([('name', '=', 'Unit')])
→ wird zu {"$search": {"model": "product.uom", "domain": [["name", "=", "Unit"]]}}
- aufgelöst wird das erst live beim Anlegen durch
create_dataset.py(Schritt 3), nicht schon hier, da diese Records ja nicht selbst Teil der YAML sind. Nur literale Domains werden erkannt (keine Variablen darin); sonst bleibt es wie bisher$manual.
Alles sonst nicht automatisch Auflösbare (Wizards, .click(...),
Helper-Funktionsaufrufe) wird als {"$manual": "<Ausdruck>"} markiert oder
ganz übersprungen - bewusst sichtbar unvollständig statt still falsch.
Record-Keys werden mit dem Dateinamen präfixiert, damit beim Zusammenführen mehrerer Module keine Kollisionen entstehen.
2. rsts_merge_dedup.py – pro Version zusammenführen
Liest alle rsts/<version>e/*.yaml eines Verzeichnisses ein und entfernt
Records mit identischem model+fields (z. B. dasselbe
Basis-product.template, das in vielen Szenarien wiederverwendet wird).
$ref-Verweise auf entfernte Duplikate werden auf den behaltenen Record
umgeschrieben. Danach wird per Kahn-Algorithmus so sortiert, dass
$ref-Abhängigkeiten immer VOR dem referenzierenden Record stehen, aber
innerhalb der Freiheitsgrade weiterhin nach model gruppiert wird.
Achtung: Dedupliziert bewusst GLOBAL, auch innerhalb derselben Datei.
Bei Szenarien, die zwei absichtlich gleich aussehende Records anlegen (z. B.
scenario_party_replace.rst: zwei Parteien namens "Pam", um eine zu
ersetzen), verändert das den Sinn des Szenarios - für einen groben
Testdatensatz ist das in Ordnung, für szenario-treue Tests nicht.
3. create_dataset.py – gegen eine echte Instanz anlegen
Legt die Records der Reihe nach per Proteus an, liest jeden Wert danach
FRISCH VOM SERVER zurück (nicht aus dem lokalen Proteus-Cache), damit
automatische Reformatierung sichtbar wird. Ergebnis: ein JSON-Snapshot
(status/error/stored pro Record).
Feld-Umbenennungen zwischen Versionen (FIELD_RENAMES): Da dieselbe
YAML gegen mehrere Versionen laufen soll, aber Felder umbenannt werden
können (bestätigt: stock.move.uom → stock.move.unit zwischen 5.0 und
8.0), prüft das Skript pro Modell zuerst per fields_get(), ob der
YAML-Feldname auf dem jeweiligen Server existiert, und weicht sonst auf
einen bekannten, bidirektionalen Alias aus. Ein wirklich unbekanntes Feld
bleibt trotzdem ein Fehler - das ist ja gerade das gesuchte Signal für eine
echte Schema-Änderung. Weitere Umbenennungen bei Bedarf in FIELD_RENAMES
ergänzen, sobald ein Lauf sie aufdeckt.
$search-Auflösung: Werte der Form {"$search": {"model": ..., "domain": ...}} (von rst_to_dataset.py erzeugt, siehe Schritt 1) werden
live per Model.get(model).find(domain) gegen den Zielserver aufgelöst -
für Stammdaten, die nicht selbst angelegt werden, sondern schon per
XML-Fixture da sind. Ergebnis wird pro Lauf gecacht (dieselbe Suche, z. B.
nach der Einheit "Unit", kommt in vielen Records vor). Kein Treffer ->
Fehler mit Klartext statt eines neu angelegten Records - das ist selbst
ein Signal, dass sich die Stammdaten zwischen den Versionen geändert
haben.
4. compare_snapshots.py – zwei Versionen gegenüberstellen
Vergleicht zwei Snapshots (gleiche YAML, zwei Versionen/Datenbanken) und
markiert status_changed (ein Record schlägt nur in einer Version fehl -
Kandidat für Format-/Constraint-/Pflichtfeld-Änderung), value_changed
(gespeicherter Wert weicht trotz gleichem Input ab - automatische
Reformatierung) und missing_record.
Stand
rst_to_dataset.pyundrsts_merge_dedup.pysind gegen echtescenario_*.rst-Dateien aus/mnt/tryton(5.0- und 8.0-Branch) getestet, siehereports/5_testdata_merged.yaml/reports/8_testdata_merged.yaml(jeweils NUR aus den Szenarien der jeweiligen Version extrahiert, noch NICHT zu einer gemeinsamen Datei zusammengeführt).create_dataset.pyundcompare_snapshots.pysind noch nicht gegen eine echte Tryton-Instanz gelaufen (nur syntaktisch geprüft).- Welche Modelle/Felder überhaupt Testdaten brauchen bzw. wo sich 5.0 und
8.0 tatsächlich unterscheiden, siehe MODELLVERGLEICH.md
- das steuert, wo als Nächstes von Hand YAML-Records ergänzt werden.